Torre Unipol

Ein Turm, der die Sprache der Effizienz und Beständigkeit spricht.

Standort Milano (MI), Italia
Auftraggeber UnipolSai Assicurazioni Spa
Architekt MCA Mario Cucinella Architectsa
Leistungen Tragwerksplanung / Bauüberwachung und bautechnische Beratung

Eine einzigartige technische Herausforderung, bei der strukturelle Innovation auf bauliche Effizienz trifft: Forschung, fortschrittliche Materialien und akribische Detailarbeit verleihen einem ikonischen Architekturwerk Form, das die Skyline von Mailand neu gestaltet.

Der Torre Unipol zählt zu den bedeutendsten Neubauten in der sich kontinuierlich weiterentwickelnden Skyline des Mailänder Stadtteils Porta Nuova. Mit dem Baubeginn im Jahr 2018 entstand ein 125 m hohes Gebäude mit 23 Obergeschossen und 3 Untergeschossen sowie einer bebauten Gesamtfläche von 38.700 m². Das Gesamtinvestitionsvolumen belief sich auf 110 Millionen Euro, davon rund 30 Millionen Euro für die Tragwerkskonstruktion.

Das prägende Merkmal des Gebäudes ist sein außenliegendes Stahl-Diagrid, das gemeinsam mit zwei zentral angeordneten Stahlbetonkernen das Haupttragwerk bildet. Die mit Holzelementen verkleidete Diagrid-Struktur verleiht dem Gebäude eine markante architektonische Identität und erinnert an eine schützende Hülle. Gleichzeitig erfüllt sie wesentliche tragwerkstechnische Funktionen: Sie reduziert die Anzahl der erforderlichen Innenstützen, ermöglicht eine effiziente Ableitung vertikaler und horizontaler Lasten und schafft eine hohe Flexibilität bei der Gestaltung der Geschossflächen.

Die Deckensysteme bestehen aus einer Abfolge von Hauptgeschossen, die direkt an die Knoten des Diagrids angeschlossen sind, sowie Zwischengeschossen, die über Stahlhänger von den darüberliegenden Ebenen abgehängt werden. Dieses System optimiert die Lastverteilung und gewährleistet trotz der nach oben hin zunehmend verjüngten Gebäudegeometrie ein einheitliches und zuverlässiges Tragverhalten.
Die Geometrie des Diagrids sowie die besonders beanspruchten Knotenpunkte wurden mithilfe fortschrittlicher numerischer Modelle und detaillierter nichtlinearer FEM-Analysen untersucht und nachgewiesen.
Die Lage eines Hochgeschwindigkeitsbahntunnels unmittelbar unter dem Baufeld erforderte die Entwicklung eines speziell abgestimmten Gründungskonzepts. Die Gründungspfähle wurden entlang der Randbereiche der Einflusszone angeordnet, sodass keine Lasten auf die Tunnelstruktur übertragen werden. Dadurch konnte die vollständige Kompatibilität zwischen dem Gebäude und der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sichergestellt werden.

Das aerodynamische Verhalten des Turms wurde durch Windkanalversuche an einem starren Modell im Maßstab 1:100 mit 256 Druckmessstellen untersucht. Darauf aufbauend wurden dynamische Analysen unter Berücksichtigung von mehr als dreißig Eigenschwingungsformen durchgeführt. Die Versuchsergebnisse dienten zur Ermittlung äquivalenter statischer Windlasten (Equivalent Static Wind Loads, ESWL), die in der Ausführungsplanung verwendet wurden und ein zuverlässiges Verhalten unter Windeinwirkung gewährleisten.
Für die Tragstruktur wurden mehr als 4.000 Tonnen Stahl der Güten S355 und S460 eingesetzt. Dieser kommt insbesondere im Diagrid, in den Hauptträgern sowie in den Abhängesystemen zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein leistungsfähiges Tragwerk, das höchste Anforderungen an Effizienz, Ausführbarkeit und Nachhaltigkeit erfüllt und mit der LEED-Platin-Zertifizierung ausgezeichnet wurde.

Der Torre Unipol verbindet architektonische Ausdruckskraft mit innovativer Tragwerksplanung und stellt einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung des Mailänder Geschäftsviertels Porta Nuova dar.

38.700
Gesamtbruttogrundfläche
€ 110MIO
Gesamtwert des Bauauftrags
125m
Gebäudehöhe
  • Standort Milano (MI), Italia
  • Auftraggeber UnipolSai Assicurazioni Spa
  • Architekt MCA Mario Cucinella Architectsa
  • Bauunternehmen Citywave Scarl