Die Deckensysteme bestehen aus einer Abfolge von Hauptgeschossen, die direkt an die Knoten des Diagrids angeschlossen sind, sowie Zwischengeschossen, die über Stahlhänger von den darüberliegenden Ebenen abgehängt werden. Dieses System optimiert die Lastverteilung und gewährleistet trotz der nach oben hin zunehmend verjüngten Gebäudegeometrie ein einheitliches und zuverlässiges Tragverhalten.
Die Geometrie des Diagrids sowie die besonders beanspruchten Knotenpunkte wurden mithilfe fortschrittlicher numerischer Modelle und detaillierter nichtlinearer FEM-Analysen untersucht und nachgewiesen.
Die Lage eines Hochgeschwindigkeitsbahntunnels unmittelbar unter dem Baufeld erforderte die Entwicklung eines speziell abgestimmten Gründungskonzepts. Die Gründungspfähle wurden entlang der Randbereiche der Einflusszone angeordnet, sodass keine Lasten auf die Tunnelstruktur übertragen werden. Dadurch konnte die vollständige Kompatibilität zwischen dem Gebäude und der bestehenden Verkehrsinfrastruktur sichergestellt werden.
Das aerodynamische Verhalten des Turms wurde durch Windkanalversuche an einem starren Modell im Maßstab 1:100 mit 256 Druckmessstellen untersucht. Darauf aufbauend wurden dynamische Analysen unter Berücksichtigung von mehr als dreißig Eigenschwingungsformen durchgeführt. Die Versuchsergebnisse dienten zur Ermittlung äquivalenter statischer Windlasten (Equivalent Static Wind Loads, ESWL), die in der Ausführungsplanung verwendet wurden und ein zuverlässiges Verhalten unter Windeinwirkung gewährleisten.
Für die Tragstruktur wurden mehr als 4.000 Tonnen Stahl der Güten S355 und S460 eingesetzt. Dieser kommt insbesondere im Diagrid, in den Hauptträgern sowie in den Abhängesystemen zum Einsatz. Das Ergebnis ist ein leistungsfähiges Tragwerk, das höchste Anforderungen an Effizienz, Ausführbarkeit und Nachhaltigkeit erfüllt und mit der LEED-Platin-Zertifizierung ausgezeichnet wurde.
Der Torre Unipol verbindet architektonische Ausdruckskraft mit innovativer Tragwerksplanung und stellt einen wichtigen Meilenstein in der Weiterentwicklung des Mailänder Geschäftsviertels Porta Nuova dar.