CityWave

Schwebende Architektur definiert Mailands Skyline neu

© BIG, Citylife - © Beauty and The Bit
Standort Milano (MI), Italy
Auftraggeber Generali S.p.a. / Citylife S.p.a.
Architekt Bjarke Ingels Group: BIG
Leistungen Tragwerksplanung / Geotechnische Planung / Bauüberwachung und bautechnische Beratung

Eine beispiellose Ingenieursleistung: Eine einzigartige bauliche Herausforderung, die Forschung, Technologie und Eleganz vereint und strukturelle Komplexität in ein ikonisches Wahrzeichen verwandelt, das dazu bestimmt ist, die künftige Identität der Stadt zu prägen.

Im ehemaligen Messeviertel von Mailand steht CityLife seit 2004 für die Vision einer neuen Stadtentwicklung.
Die von Arata Isozaki, Zaha Hadid und Daniel Libeskind entworfenen Türme haben eine unverwechselbare Skyline geprägt und den Weg für ein Stadtquartier geebnet, das bis heute als Symbol der urbanen Transformation Mailands gilt. Hier verbinden sich architektonische Innovation, nachhaltige Stadtentwicklung und ingenieurtechnischer Fortschritt. Mit CityWave wird diese Entwicklung konsequent weitergeführt und das architektonische sowie städtebauliche Gesamtkonzept von CityLife vollendet.

CityWave, entworfen von der BIG (Bjarke Ingels Group) und tragwerkstechnisch geplant von HB, besteht aus zwei Gebäuden (RD und RE) unterschiedlicher Höhe und Proportionen, die durch ein außergewöhnliches architektonisches Element miteinander verbunden werden: das Canopy.
Die markante, wellenförmige Struktur überspannt den Raum zwischen den beiden Baukörpern und verleiht dem Projekt seinen Namen. Hinter der architektonischen Eleganz verbirgt sich ein hohes Maß an Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Die Tragwerke wurden so konzipiert, dass sie Stabilität, Leichtigkeit und gestalterische Qualität durch den Einsatz modernster Technologien und innovativer Materialien miteinander verbinden.

Die Gebäude werden überwiegend als Büroflächen genutzt, mit der einzigen Ausnahme der panoramischen Obergeschosse des Gebäudes RD, die eine Bar und ein Restaurant beherbergen. Das Projekt umfasst zudem ein Auditorium, Parkmöglichkeiten und landschaftlich gestaltete öffentliche Bereiche. Die Realisierung eines Projekts dieser Komplexität erforderte den Einsatz fortschrittlicher Ingenieurlösungen und modernster Bautechnologien, die in der Lage sind, sowohl den strukturellen als auch den ästhetischen Anforderungen gerecht zu werden.

Die bebaute Gesamtfläche beträgt rund 116.000 m² bei einem Gesamtvolumen von etwa 475.000 m³. Der Baustart erfolgte im Jahr 2023. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 250 Millionen Euro.

Das Gebäude RD, der höhere der beiden Baukörper, verfügt über zwei Untergeschosse und zwanzig Obergeschosse und erreicht eine Höhe von 105 m. Das Gebäude RE umfasst ebenfalls zwei Untergeschosse sowie zehn Obergeschosse und erreicht eine Höhe von 55 m. Verbunden werden die beiden Gebäude durch die schwebende Struktur des Canopys.

Im Mittelpunkt des Projekts steht das Canopy: eine große, doppelt gekrümmte, schwebende Welle mit einer Spannweite von rund 135 m. Sie ist nicht nur eine spektakuläre architektonische Geste, sondern zugleich eine anspruchsvolle ingenieurtechnische Meisterleistung, die durch den Einsatz innovativer Konstruktionsmethoden ermöglicht wurde.

Die etwa 4.500 m² große Canopy-Struktur besteht aus einem System von Litzenkabeln, die an den beiden Gebäuden verankert sind, sowie einem Holzdeck aus fünf kreuzweise angeordneten Lagen von XLAM-Paneelen.
XLAM-Paneele werden im nachhaltigen Holzbau aufgrund ihrer hervorragenden Tragfähigkeit, ihres günstigen Erdbebenverhaltens und ihrer guten Dämmeigenschaften vielfach eingesetzt. Das 40 cm dicke Deck sorgt für eine globale Aussteifung und verteilt die Lasten auf die Seile. Aufgrund des innovativen Charakters der XLAM-Konstruktion wurden an der Universität Trient mehrere Tests durchgeführt, darunter Versuche an Deckabschnitten im Originalmaßstab, um die theoretischen Analysen hinsichtlich Festigkeit, Steifigkeit und Dämpfungseigenschaften der Holzstruktur zu validieren.

Die eingesetzte Seiltechnologie entspricht derjenigen von Schrägseilbrücken, wurde jedoch speziell an die Bedürfnisse des Projekts angepasst. Die Geometrie und Anordnung der Seile wurden durch komplexe Analysen definiert, um die strukturelle Stabilität zu gewährleisten und gleichzeitig die beabsichtigte architektonische Form zu bewahren. Das Canopy wird durch Seilverankerungen an den Dachstrukturen der beiden Gebäude stabilisiert, die aus vorgespanntem Stahlbeton bestehen und passend zum architektonischen Profil durch eine doppelte Krümmung gekennzeichnet sind.

Um windbedingte Schwingungen zu mildern, wurden speziell für dieses Projekt maßgeschneiderte ECD-Dämpfer entwickelt: Diese Vorrichtungen befinden sich in vertikalen Stahlrohrelementen entlang des Umfangs des Canopys, die sowohl gestalterische Funktionen erfüllen als auch der Ableitung von Regenwasser dienen. Diese Dämpfer reduzieren effektiv Verschiebungen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen der Struktur unter Windlasten jeglicher Intensität.

Aufgrund der weltweit einzigartigen Konstruktion wurden insgesamt vier Windkanaluntersuchungen durchgeführt: in Indien, in Kanada sowie zweimal am Politecnico di Milano. Dabei kamen sowohl starre als auch aeroelastische Modelle zum Einsatz, um Windlasten und das dynamische Verhalten des Tragwerks unter realistischen und extremen Bedingungen zu analysieren. Die Untersuchungen bestätigten die Gesamtstabilität der Struktur auch unter außergewöhnlichen Belastungssituationen.

CityWave ist weit mehr als ein Gebäude. Das Projekt vereint Architektur und Ingenieurwesen, Ästhetik und Nachhaltigkeit zu einer zukunftsweisenden Gesamtvision. Mit seiner ikonischen Formensprache und seinen innovativen Konstruktionslösungen setzt CityWave neue Maßstäbe für das Bauen von morgen und schreibt ein weiteres Kapitel in der städtebaulichen Entwicklung Mailands.

116,000
Gesamtbruttogrundfläche
475,000
Gesamtgebäudevolumen
€ 250 MIO
Gesamtwert des Bauauftrags
  • Standort Milano (MI), Italy
  • Auftraggeber Generali S.p.a. / Citylife S.p.a.
  • Architekt Bjarke Ingels Group: BIG
  • Bauunternehmen Citywave Scarl